Stell dir deinen Körper wie ein großes Firmengebäude vor: Um den Betrieb am Laufen zu halten, brauchst du sowohl große Lieferungen an Baumaterial und Brennstoff als auch winzige Ersatzteile und Spezialwerkzeuge, um sowohl gut zu funktionieren (z.B. Atmen, Körpertemperatur regeln, Sinne nutzen, Regenerieren) als auch wirklich etwas leisten zu können (z.B. denken, konzentriert arbeiten, dich fortbewegen, evtl. sogar Sport treiben oder körperlich arbeiten).
Makronährstoffe: Deine „Großen“ für Energie und Struktur
Makronährstoffe sind die Komponenten deiner Nahrung, die du in großen Mengen (daher auch die Vorsilbe „Makro“) zu dir nimmst. Sie bilden das Basismaterial deines Körpers und dienen als dein primärer Brennstoff.
Zu den Makronährstoffen zählen:
- Kohlenhydrate: Dein schnellster Energielieferant.
- Fette (Lipide): Wertvolle Energiespeicher und Schutzpolster für deine Organe.
- Proteine (Eiweiße): Die Baustoffe für deine Muskeln, Hormone und dein Immunsystem.
Das Besondere an den Makronährstoffen ist, dass sie deinem Körper Energie in Form von Kalorien liefern.
Mikronährstoffe: Deine „Kleinen“ für das Fein-Tuning
Mikronährstoffe kommen in der Nahrung nur in winzigen Mengen vor (daher „Mikro“). Im Gegensatz zu den Makros liefern sie dir keine Energie, also keine Kalorien. Man sagt auch sie haben keinen “Brennwert”. Sie sind aber dennoch absolut lebensnotwendig, da sie z.B. beitragen deine Stoffwechselvorgänge zu regeln, deine Knochen zu stärken oder aus den Bestandteilen der Makronährstoffe wichtige Spezialbausteine (z.B. Hormone) zu fertigen.
Zu den Mikronährstoffen zählen:
- Vitamine: Organische Verbindungen wie z.B. die fettlöslichen “EDEKA-Vitamine” (Vitamine E, D, K und Vitamin A) und die wasserlöslichen B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9, B12) sowie Vitamin C.
- Mineralstoffe: Anorganische Elemente wie Eisen, Calcium oder Magnesium, aber auch Kalium, Jod, Selen und einige andere mehr.
Ohne diese winzigen Helfer könnte dein Körper die „großen“ Makronährstoffe gar nicht richtig verarbeiten. Kurzum: deine Leistung, dein Wachstum und auch die Energieproduktion würden schlichtweg zum Erliegen kommen.
Warum ist diese Unterscheidung so wichtig?
Die Trennung in Makro- und Mikronährstoffe hilft oft zu verstehen, dass „satt sein“ nicht automatisch „gut versorgt sein“ bedeutet. Gleichzeitig heisst auch “viele Kalorien” oder “wenige Kalorien” nicht automatisch “ungesund” oder “gesund”.
Während wir Makronährstoffe oft im Überfluss essen, kommt es bei den Mikronährstoffen häufiger zu einer sogenannten marginalen Zufuhr. Durch dieses dauerhafte Scharf-am-Rande-von-zu-wenig kann ein schleichender Mangel entstehen, der sich erst später durch Symptome wie etwa Müdigkeit oder Infektanfälligkeit bemerkbar macht.
Das Phänomen Verborgener Hunger
Ein typisches Problem in unserer heutigen, modernen Lebens- und Arbeitswelt ist der sogenannte „verborgene Hunger“: Du nimmst zwar genug Kalorien (Makros) zu dir, leidest aber gleichzeitig an einem Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen (Mikros). Oft passiert das, weil wir z.B. aus Zeitmangel oder Unwissen, wie es anders gehen kann, zu viele stark verarbeitete Lebensmittel essen.
Kurz gesagt: Makros liefern dir den Treibstoff, um den (Arbeits-)Tag zu überstehen, aber erst die Mikros sorgen dafür, dass dein innerer „Motor“ auf lange Sicht nicht stottert.
Was über die Makro- und Mikronährstoffe hinaus noch wichtig ist bei einer lebenslänglich leckeren Ernährung, das liest du im nächsten Artikel zu den Spezialistinnen für dein metaphorisches Körper-Gebäude: Wartungsteam (Ballaststoffe), Sicherheitsleute (Sekundäre Pflanzenstoffe) und Logistik- und Klima-System (Wasser).
Quellen
Beitragsbild: mit Hilfe von Gemini erstellt

5 Comments